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PHOTOGRAPHISCHE ERZEUGNISSE AUS ÖSTERREICH von 1839 bis ?


Kameras
1841 - 1899
1900 - 1944
1945 - ? Teil 1
1945 - ? Teil 2

Objektive
1841 - 1899
1900 - 1944
1945 - ?

Zubehör
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Kurioses

Photographen
in Wien 1850/60

Photographen
in Wien 1879

Photographen
in Wien 1908

Satzungen des Linzer
Amateur Photographen Vereins 1912

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Das zerbombte Wien
Bombed Vienna 1945
and thereafter


work

Die folgenden Seiten sollen einen kleinen Überblick über den Beitrag Österreichs zur Entwicklung der Photographie geben. Der folgende kurze historische Abriss erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Kompetentere Leute wie AUER, FABER, GERNSHEIM, STARL, etc. haben darüber ausführlich geschrieben. Die folgenden Seiten sollen einen kleinen Überblick über die in Österreich gebauten und von Österreichern erfundenen Geräten geben. Es werden auch von den Firmen zugekaufte Kameras beschrieben, mit dem Bestreben den wirklichen Hersteller zu eruieren.
Die Geschichte begann eigentlich damit, dass Daguerre noch vor der offiziellen Vorstellung seiner Erfindung in Paris, 2 Bilder nach Wien, je eines an Kaiser Ferdinand I. Karl Leopold Joseph Franz Marcellin und an Klemens Wenzel Nepomuk Lothar Fürst von Metternich-Winneburg-Beilstein sandte. Als Dominique-François-Jean Arago vor der Versammlung der Académie française in Paris die Erfindung Daguerres vostellte, war Hofrat Dr. Andreas Ritter von Ettingshausen (Ettingshausen wurde erst 1866 in den Freiherrenstand erhoben) im Auftrag Metternichs anwesend. Er wurde von Daguerre selbst in die Technik des Daguerreotypie-Verfahrens eingeführt und brachte noch 1839 die erste Daguerreotypie-Kamera nach Wien. Die Nachteile dieser Daguerreotypie-Kamera waren sehr lange Belichtungszeiten, bedingt durch ein lichtschwaches Objektiv und die Unempfindlichkeit der Aufnahmeplatten.
Zu dieser Zeit gab es in Wien die so genannte FÜRSTENHOF - RUNDE, benannt nach dem gleichnamigen Haus in der Beatrixgasse, vormals Rabengasse Nr. 453 in der Vorstadt Landstrasse, in welchem der aus Berlin stammende Naturforscher, Physiker und Mathematiker Carl Schuh sein Atelier hatte. Dieser Künstlerrunde gehörten außer v. Ettingshausen auch August Artaria, Joseph M. Petzval, Carl Schuh,
Christian Joseph Edler von Berres, Franz Kratochwi(l)la, Friedrich Wilhelm Voigtländer, Anton Georg Martin, der Arzt Erwin Waidele, Wenzel Prokesch, die Gebrüder Johann und Josef Natterer, der Apothekersohn Carl Reisser und einige andere an.
Auf Betreiben Ettingshausens machte Anton Martin, der am k. &  k. Polytechnischen Institut arbeitete, noch im selben Jahr die ersten Daguerreotypie-Aufnahmen in Österreich. Als im September 1839 die ersten Kameras aus Frankreich auf den Markt kamen, ließ Anton Martin von dem Wiener Optiker Simon Plößl eine Kamera bauen und erzielte damit gute Ergebnisse. Plößl hatte durch Änderung der Krümmungsradien der Linsen eine verbesserte Wiedergabe erreicht. Da in der Fürstenhofrunde eifrig über dieses Thema diskutiert wurde, konnte Ettingshausen seinen Freund Petzval dazu überreden, sich mit den lichtschwachen Objektiven der Daguerreotypie-Kameras zu beschäftigen.
Petzval, ein Mathematikprofessor, der sich durch Berechnung von Fernrohrlinsen und Linsen für Schiffsscheinwerfer schon einen Namen gemacht hatte, erkannte sofort die Unmöglichkeit einer Verbesserung der französischen Chevalier-Optik. Da die Linsen für die Schiffsscheinwerfer hauptsächlich für Kriegsschiffe verwendet wurden hatte er gute Beziehungen zum k. & k. Militär. Erzherzog Ludwig, der damalige General Artillerie Direktor, kommandierte 2 Oberfeuerwerker und 8 Bombardierer (Artilleristen) mit mathematischer Begabung zur Unterstützung Petzvals und seines Assistenten Reisinger für die Berechnung des neuen Objektives ab. Bereits Anfang 1840 waren die Berechnungen für das Petzval Portraitobjektiv fertig, welches jahrzehntelang die Grundlage für Weiterentwicklungen war. Dadurch konnte die Lichtstärke von ca. 1:16 auf 1:3,7 gesenkt werden.
Ein weiteres Mitglied der Fürstenhofrunde, der Optiker Voigtländer, baute eine Versuchskamera aus Pappe, ausgestattet mit dem Petzval Objektiv. Anton Martin gelangen damit Portraitaufnahmen mit einer Belichtungszeit von nur 1 Minute. Dadurch ermutigt baute Voigtländer noch 1841 die legendäre Metallkamera mit einer Lichtstärke von 3,7 und einer Brennweite von 14,3 cm. Der Beamte der k. & k. Hofkriegsbuchhaltung Franz Kratochwilla entdeckte ebenfalls 1840, dass Daguerreotypieplatten, wenn man sie nicht reinen Joddämpfen sondern Bromchlordämpfen aussetzt, 5x lichtempfindlicher werden.
Den Gebrüdern Natterer gelang es 1841 durch die Verwendung von einem Gemisch aus Brom, Chlor und Jod die Empfindlichkeit der Platten derartig zu steigern, dass eine Belichtungszeit von nur einer Sekunde möglich war. Das erste so genannte "Sekundenbild" entstand am 13.3.1841 auf dem Josefsplatz bei der Feier zum 100. Geburtstag von Josef II, aufgenommen von den Brüdern Natterer. Karl Reisser, ebenfalls von der Fürstenhofrunde, machte 1841 "Sekundenbilder" einer Fahnenweihe in Linz. Ein weiters Mitglied der Fürstenhofrunde, Joseph Berres, erfand 1840 die "Phototypie" bei der eine Daguerreotypieplatte geätzt wurde um davon Bilder zu drucken. Karl Klietsch erfand die Heliogravure.
Joseph Puchberger erfand 1842 eine Panoramakamera, die von dem Wiener Optiker und Mitglied der Fürstenhofrunde Wenzel Prokesch gebaut wurde.
Ebenfalls von Prokesch wurde 1847 für Ludwig Döbler, einem Wiener Taschenspieler, das »Phantoskop«
gebaut mit dem Döbler am 16.1.1847 die erste bewegten Laterna Bilder im Wiener Josephstädter Theater vorführte. Mitte der 50er Jahre, bedingt durch die Erfindung des "Nassen Kollodiumverfahrens", stieg die Nachfrage der Landschafts- und Architekturphotographie für größere Formate. Das Militär-Geographische Institut in Wien trat an Petzval heran, ein dafür geeignetes Objektiv zu konstruieren. Mit dem Wiener Optiker Dietzler ab 1854 als Partner brachte er 1856 eine Linsenkonstruktion heraus, die er "Photographisches Dialyt" nannte. Vor der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften stellte er es als "Landschafts- als Fernrohr- Objectiv" vor. Die großformatige Kamera für die Probeaufnahmen wurde 1857 von Dr. Heger gezeichnet und von Dietzler gebaut. Das Objektiv kam 1857 auf den Markt und hatte als bestes Landschaftsobjektiv (Orthoskop) der damaligen Zeit einen Riesenerfolg.
1854 ließ Paul Pretsch, ein Faktor der Wiener Hof- und Staatsdruckerei, seine "Photogalvanographie", ein Verfahren zur Erzeugung von Kupfer-Druckplatten, patentieren. Der Wiener Emil Rabending erfand um 1860 die Negativretusche. Da Albuminpapier eine Haltbarkeit von nur 2-3 Tagen hatte, erfand der Wiener Adolf Ost das haltbar gesilberte Albuminpapier.
Norbert Pfretzschner senior (1817 - 1905), einem österreichischen Arzt und Erfinder gelang 1866 der erste Versuch mit einer von Ihm erfundenen Trockenplatte. Schon im nächsten Jahr konnte er die Platten soweit verbessern, dass damit erstklassige Bilder gemacht werden konnten. 1869 beschickte er die Photographische Ausstellung in Hamburg mit solchen Bildern samt den zugehörigen Trockenplatten und wurde dafür mit einer silbernen Medaille ausgezeichnet. Diese Bilder und Platten waren dann in das Photographische Museum in Berlin gekommen, wo sie mit der Aufschrift: »Erste Trockenplatten; Erfinder Dr. Norbert Pfretzschner zu Jenbach in Tirol«, ausgestellt waren. Dort sind sie leider im 2. Weltkrieg zerstört worden. Theodor Scheimpflug begann 1897 mit phototopographischen Arbeiten am k.u.k. Militärgeographischen Institut und entwickelte um 1900 die nach ihm benannte Scheimpflug-Regel zur Verhinderung perspektivischer Verzerrungen. Eine genaue Beschreibung von Scheimpflugs Arbeit hat Jos Erdkamp, ein Sammlerkollege aus Holland, zusammengestellt und ist unter Theodor Scheimpflug nachzulesen. Danach wurde es etwas ruhiger um den österreichischen Erfindergeist.
Erst in den 20er Jahren, nachdem Österreich sich vom Niedergang der Monarchie teilweise erfangen hatte, wurde wieder erfunden und produziert. Es wurden erst optische und später photoelektrische Belichtungsmesser gebaut, das Colorscop (optischer Farbtemperaturmesser) wurde erfunden und sonstiges Zubehör.
Die letzte große österreichische Erfindung auf dem Gebiet der konventionellen Photographie war das 1968 auf der Photokina vorgestellte Varioflex Scheimpflug-Objektiv der Firma Atzmüller & Rendl. Dieses Shift-Objektiv wurde nur kurze Zeit gebaut und die Patentrechte an Canon verkauft. Nach diesem Patent wurde das Canon Shift TS 1:2,8/35mm SSC gebaut.
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Datum der letzten Aktualisierung 5.7.2016
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